Initiativkreis: Mobile Lösungen für Kommunal- und Landesverwaltungen

Ergebnisse des Workshops im Brandenburgischen IT-Dienstleister (ZIT-BB)

Im Schatten der inzwischen ungezählten zig tausenden Apps und mobilen Anwendungen im privaten Bereich haben zunehmend in Firmen und auch im Öffentlichen Bereich mobile Anwendungen  Einzug gehalten. Sie können die Prozesse oft schneller, kostengünstiger, sicherer und einfach besser gestalten. Nicht selten werden dabei natürlich erste Erfahrungen gesammelt, die die technische oder auch die kaufmännische „Lauffähigkeit“ zu überdenken zwingen. Aber es gibt auch viele Beispiele, die funktionieren. Jedenfalls läßt sich mit Fug und Recht sagen, dass es immer noch eher „neue Märkte“ sind, die hier angegangen werden.

Existierende und zukünftig denkbare technische Lösungen für die Verwaltung zur Verbesserung und Vereinfachung von Verwaltungsprozessen und zur Steigerung der Dienstleistungen gegenüber Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern zu finden, war auch das Ziel des ersten Workshops im April 2011, den Chris Proios und Dr. Ortwin Böckmann planten und moderierten. Über 30 Vertreter aus Kommunal- und Landesverwaltungen nahmen daran teil und erarbeiteten Schwerpunktthemen, die es galt mit praktischen Lösungen zu versehen.

Ein halbes Jahr später war es Zeit zu schauen, wie die Ergebnisse des Workshops in praktikable Lösungen umgesetzt worden sind. Dazu hatten sich die Veranstalter Vodafone und der ZIT-BB zum ersten Initiativkreis „Mobile Lösungen für Kommunal- und Landesverwaltungen“ zusammengefunden.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen…   Praktische Lösungen, die vor Ort Hilfe geben, standen dabei im Vordergrund.

 Initiativkreis: Mobile Lösungen für Kommunal- und LandesverwaltungenNeues Fenster: Bild vergrößernInitiativkreis: Mobile Lösungen für Kommunal- und Landesverwaltungen © ZIT-BB

Mobile Technologien steigern die Effizienz und Qualität der Lebensmittelkontrollen

Auch heute noch wird in der Lebensmittelkontrolle oftmals mit papierbasierten Prozessen gearbeitet. Hierbei füllen Lebensmittelkontrolleure von Hand diverse Dokumente aus, die dann von ihnen oder anderen Mitarbeitern manuell in die Datensysteme übertragen werden. Dieser Prozess ist fehleranfällig und äußerst ineffizient. Die Konsequenz ist, dass die Ämter in der Regel nicht die Anzahl der empfohlenen Kontrollen durchführen können. Der Lösungsansatz ist dabei sehr einfach. Die auszufüllenden Dokumente werden digitalisiert und auf einem Pad zur Verfügung gestellt. Der Kontrolleur füllt die Daten auf dem Pad aus.

Danach erfolgt die digitale Unterschrift durch den Kontrolleur und den Vertreter des kontrollierten Betriebes. Die Daten werden automatisch per mobiler Datenverbindung (VPN) ins Backendsystem übertragen und können sofort weiterverarbeitet werden. Sollte keine Funkverbindung vorhanden sein, werden die Daten gespeichert und automatisch synchronisiert sobald eine Verbindung vorhanden ist. Ein Feldversuch in Düsseldorf hat zu einem signifikanten Effizienzgewinn geführt, und ist bei den Kontrolleuren auf breite Akzeptanz gestoßen.

Amoklauf- und Unfallmeldung mit der ID-Card

Die KÖTTER Security ID-Card mit Notruffunktion eignet sich für überfall- und unfall-gefährdete Personen, die Tätigkeiten nachgehen, bei denen keine schnelle Hilfe gewährleistet ist, sowie zur Einzelarbeitsplatz-Überwachung. Dazu zählen Mitarbeiter innerhalb kritischer Infrastrukturen (Flug- und Seehäfen, Bahnhöfe, Kraftwerke etc.), im Einzelhandel, in Logistikunternehmen oder gefährdete Beschäftigte an Einzelarbeitsplätzen z. B. in Behörden und Verwaltungen.

Durch Knopfdruck oder Abreißen des Trageriemens wird der Alarm ausgelöst und der Kontakt zu den Notruf- und Serviceleitstellen hergestellt. Zudem bietet die ID-Card eine einseitige Sprachverbindung zu den Notrufstellen. Ansonsten wird die Position per Global Positioning System (GPS) geortet. Außerdem verfügt das Gerät über einen Lagealarm. Damit ist gewährleistet, dass innerhalb einer frei zu definierenden Zeitspanne die Bewegungen des Trägers überprüft werden und bei fehlenden Bewegungen zeitnah reagiert werden kann. Im  Workshop wurde die Einsetzbarkeit einer solchen Karte für Schulen und den Notfall eines Amoklaufes diskutiert und eine Testanwendung in Brandenburg geplant.

 

IP-Telefonie nun auch mobil verfügbar

Auch in der behördlichen Arbeitswelt wird Beweglichkeit und Erreichbarkeit immer größer geschrieben. Durch die Aufgabenkonzentration auf wenige Mitarbeiter, durch Telearbeit und flexible Arbeitszeitmodelle steigt der Wunsch der Mitarbeiter auch unterwegs und vom aktuellen Aufenthaltsort unabhängig erreichbar zu sein. Telefonkonferenzen finden nicht mehr nur im Büro statt. Dabei will man über eine einheitliche Telefonnummer erreichbar sein. Diese Erreichbarkeit soll durch wenige im besten Fall durch ein Kommunikationsendgerät möglich sein. Der Anrufer soll sich nur eine einzige Telefonnummer, möglichst eine aus der Rufnummerngruppe der Behörde merken müssen. Dies alles muss nun noch verbunden werden mit den Vorteilen und den vielfältigen Leistungsmerkmalen der Voice over IP- oder Internet-Telefonie (VoIP-Telefonie).

All diese Wünsche und Forderungen sollen durch die neu zur Verfügung gestellte Lösung „IP-Telefonie mobil“ erfüllt werden. Folgende Dienste stehen bereit:

  • Bis zu 10 Ziele einstellbar (Mobilfunktelefone und Festnetztelefone)
  • Anrufsignalisierung an allen Endgeräten
  • Rufannahme am Mobilfunkgerät oder alternativen Geräten
  • Mobilfunk - Netzproviderunabhängigkeit
  • Einfache Übergabe an zusammengehörige Endgeräte
  • Anruferkennung am Zielgerät (Teilnehmer A Kennung)
  • Filter für erlaubte bzw. blockierte Anrufer
  • Webbasierte Anwenderschnittstelle.

Die Nutzer können unter den verschiedenen Diensten wählen und ihre Endgeräte beispielsweise für die Anrufsignalisierung administrieren.

 

Verbesserter Dienst am Bürger – Verwaltung direkt vor der Haustür

Wittstock gehört mit seinen 417 Quadratkilometern zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Dabei hat Wittstock nur ganze 37 Einwohner auf  einem Quadratkilometer. Eine große Herausforderung für eine serviceorientierte Verwaltung. Hier wird jetzt ausprobiert, wie man dem Bevölkerungsschwund gerecht werdend, bürgernah den Service der Verwaltung den Bürgerinnen und Bürgern anbieten kann.

Mit dem Modell „Mobile Bürgerdienste (MoBüD)“ steht ein mobiler Verwaltungsarbeitsplatz an jeder beliebigen Stelle im Stadtgebiet zur Verfügung. Ein mit allem Zubehör eines Behördenarbeitsplatzes, wie Laptop, Drucker, Scanner, Lesegerät und Bezahlterminal, ausgestatteter Kleinbus greift über eine gesicherte Einwahl über VPN zur Serverfarm beim Brandenburgischen IT-Dienstleister auf die Originaldaten, wie sie auch im Rathaus im Bürgerservice vorhanden sind, zu. Wobei „an jeder beliebigen Stelle“ nicht so einfach bei der Realisierung war. Immerhin gehörte Wittstock bisher zu den weißen Flecken in der Versorgung mit Mobilfunk und Internet. Durch den gezielten Ausbau mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE ist eine fast flächendeckende Verfügbarkeit gegeben.

Inzwischen sind auch alle Fragen des Datenschutzes beantwortet und einem weiteren Ausbau in der Fläche des Landes Brandenburg steht nichts mehr im Wege.

Mit den Ergebnissen können wir zufrieden sein, aber die nächsten Ideen sind schon entstanden. Eine Fortsetzung des Initiativ-Kreises ist für das kommende Jahr in Planung.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2011

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